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Gedanken zum Freitod eines OS-Lehrers

Thursday, August 28th, 2008

Mit einem Trauergottesdienst im Basler Münster verabschiedeten sich zahlreiche Menschen vom beliebten und engagierten Lehrer W., der am ersten Schultag nach den Ferien freiwillig aus dem Leben schied. Auch der für die Trauerfeier verantwortliche Pfarrer und Freund des Verstorbenen konnte sich nicht erklären, warum der liebenswürdige Lehrer seinem Leben ein Ende setzte. In den sorgfältig gewählten Worten des Pfarrers tauchte der Begriff „Seeleninfarkt“ auf. Weshalb aber erlebte Lehrer W. gerade am ersten Schultag nach seinen Sommerferien diesen „Seeleninfarkt“?

Männer definieren sich vor allem durch ihren Beruf. Dort holen sie sich Anerkennung, Bestätigung und Lebenssinn. Offensichtlich konnte Lehrer W. in seinem Beruf seine Batterien nicht mehr aufladen. Der „Seeleninfarkt“ oder das „Burnout“ war vorprogrammiert. Dass Lehrer W. offensichtlich mit niemandem über seine Probleme sprach, machte die Sache für ihn auch nicht einfacher. Der Bruder des Verstorbenen zeigte in seiner Rückblende auf den Verstorbenen auf, dass Lehrer W. über ein riesiges soziales Netz verfügte. Trotzdem konnten auch die engsten Angehörigen des Verstorbenen dessen Freitod nicht erklären. Lehrer W. hat seine Probleme mit in den Tod mitgenommen. Lehrer W. hat mit seinem Tod aber ein Zeichen gesetzt. Er wollte nicht mehr in einer Welt leben, in der vordergründig alle nett miteinander sind, sich aber heimlich gegenseitig bespitzeln und kontrollieren.

Mit der Einführung der Orientierungsschule wurde die Schule von den Sozialisten grundlegend umgebaut. Es sollte eine Schule werden, in der die sog. Qualität gesteuert und kontrolliert werden konnte. Qualität wurde allerdings von den Sozialisten definiert und orientierte sich an den sozialistischen Grundvorgaben totalitärer Staaten. Mit der Einführung der Elternmitsprache erhielten Eltern das Recht unliebsame Lehrkräfte zu verunglimpfen. Wenn die verunglimpfte Lehrperson eine politisch korrekte Grund-Einstellung hatte, wurden die Angriffe der Eltern jeweils von der Schulhausleitung und der Schulleitung abgewehrt. Passte die Lehrkraft aber nicht in das sozialistische Schema, wurde die andersdenkende Lehrkraft von der Schulhausleitung und von der Schulleitung genötigt, sich von angeblich neutralen Mediatoren, Supervisoren, Psychologen und Psychiatern „therapieren“ zu lassen. Diese schon in der ehemaligen DDR angewandten Methoden sollten dafür sorgen, dass an der Basler Orientierungsschule immer die „richtige“ Gesinnung herrschte. Innerhalb des Lehrerkollegiums wurden einzelne Lehrkräfte damit betraut, Kolleginnen und Kollegen innerhalb des Teams zu kontrollieren und der Schulhausleitung Meldung zu erstatten, wenn sich ein Teammitglied „verdächtig“ verhielt. Die mit Kontrollaufgaben betrauten Lehrpersonen hatten sich mit ihrer Unterschrift dazu verpflichtet, sich der Schulhausleitung und der Schulleitung gegenüber loyal zu verhalten. Die Schülerinnen und Schüler durften ihre Probleme nicht mehr der Klassenlehrkraft mitteilen, sondern einem speziell ausgebildeten  Schulhaus-Mediator, der die Probleme genau so lösen musste, wie es die Schulhausleitung geplant hatte. Auf diese Weise wurde es möglich, dass Kinder von linken Eltern über diesen “Mediator” haltlose Gerüchte verbreiten konnten, welche schliesslich ohne Anhörung der Lehrkraft in sog. Aktennotizen zu “massiven Problemen” aufgebauscht werden konnten. Häufig bekam eine angeschwärzte Lehrkraft derartige Aktennotizen erst zu Gesicht, wenn die Anstellungsbehörde ein Kündigungsverfahren gegen die missliebige Lehrkraft eingeleitet hatte. Mit der Loyalitätserklärung verkauften die entsprechenden Lehrpersonen ihre Seele. Viele konnten damit gut umgehen. Sie trennten strikte Privates von Beruflichem. Für andere war dieses Doppelspiel psychisch sehr belastend. Jeden Tag ohne innere überzeugung die totälitäre Ideologie der Sozialisten im Schulalltag umzusetzen, war anstrengend. Wer nicht ausbrennen wollte, musste einen eigenen Weg suchen. Dies passte aber den Bildungssozialisten wiederum nicht, so dass diese sog. „Standards“ erliessen, die den Freiraum der kreativen Lehrkräfte noch mehr einengten. Lehrer W. hat diese totalitäre Entwicklung an den Basler Schulen seit über 30 Jahren aktiv miterlebt. Seine Seele ist daran zerbrochen.

Es ist kein Zufall, dass der Präsident der Basler Sozialisten Thomas Baerlocher gleichzeitig auch der Personalchef Schulen ist. Als Personalchef hat er die Macht, politisch unbequeme Lehrkräfte mittels frei erfundenen Kündigungsgründen jederzeit zu entlassen. Baerlocher missbraucht dabei sein Amt und das Personalgesetz nach Lust und Laune. So lässt er z.B. völlig gesunde und arbeitsfähige Mitarbeiter über die staatlichen Gesundheitsdienste in psychiatrische Verfahren verwickeln. Wer sich nicht psychiatrisieren lassen will, erhält umgehend die Kündigung wegen angeblich „schwerer Pflichtverletzung“.

Nicht alle Lehrpersonen sind dem zunehmenden Druck gewachsen. Mit den neuen Leitungsstrukturen werden die Basler Lehrkräfte in Zukunft noch mehr unter Druck gesetzt. Mit der neuen Volkschulleiterin Gaby Jenö wird sich die Situation sogar noch massiv verschärfen. Regierungsrat Eymann (LDP) und Ressortleiter Hans-Georg Signer (SP) haben in den letzten 8 Jahren das Basler Schulsystem zu dem gemacht, was es heute ist. Es ist zu hoffen, dass die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von Basel-Stadt den Hauptverantwortlichen Dr. Christoph Eymann für seinen totalitären  Führungsstil abstrafen und dessen Arbeitsvertrag mit dem Volk nicht mehr verlängern werden.